Ford bereitet die Aufnahme der Produktion seines elektrischen Mittelklasse-Pick-ups Fathom im Louisville Assembly-Werk im ersten Quartal 2027 vor. Der Verkauf soll Anfang desselben Jahres zu einem Einstiegspreis von 28.350 US-Dollar beginnen. Der Pick-up ist das erste Fahrzeug auf Basis der Universal-EV-Plattform, mit der das Unternehmen seine Methode zur Herstellung von Elektrofahrzeugen verändern will.
Ford gab in der vergangenen Woche den Namen und den Einstiegspreis des Pick-ups bekannt, nachdem das Unternehmen bereits vor einem Jahr Pläne angekündigt hatte, das 3 Millionen Quadratfuß große Louisville Assembly-Werk von der Produktion von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf die vollständige Herstellung von Elektrofahrzeugen umzustellen. Der Fathom wird das erste im Rahmen dieser Umstellung produzierte Fahrzeug sein.
Investitionen in das Werk und ein neues Fertigungssystem
Ford investiert rund 5 Milliarden US-Dollar in dieses Projekt, darunter in das Louisville Assembly-Werk und den BlueOval Battery Park Michigan. Das Unternehmen erklärte, die Investition werde an den beiden Standorten 4.000 neue Arbeitsplätze schaffen und außerdem die für die Einführung der Universal-EV-Plattform erforderliche Ausrüstung finanzieren.
Das UEV Production System unterscheidet sich von den derzeitigen Montagemethoden bei Ford und den meisten traditionellen Automobilherstellern. Statt eines nahezu fertiggestellten Fahrzeugs, das sich auf der Produktionslinie fortbewegt, wird das Fahrzeug in drei Hauptbereiche aufgeteilt: den vorderen Bereich, den hinteren Bereich und die Batterieplattform.
Ford wird große Gussteile verwenden, um die vorderen und hinteren Bereiche der Karosserie zu bauen. Das einzelne Aluminiumteil ersetzt Dutzende Komponenten, die bisher durch Stanzen und Schweißen hergestellt wurden. Nach Angaben des Unternehmens sinkt die Zahl der für den Bau des Fathom benötigten Teile auf zwei, verglichen mit 146 Teilen beim aktuellen Maverick-Pick-up.
Im dritten Montagebereich werden die Innenraumkomponenten, darunter Sitze, Ablagefächer und Teppich, auf der Batterieabdeckung montiert, die zugleich als Fahrzeugboden dient. Anschließend wird die Batterie von unten eingebaut. Ford zufolge ermöglicht dieses System dem Werk, den Fathom 40 % schneller zu montieren als die derzeit am Standort produzierten Fahrzeuge.
Automatisierung und Softwareprüfungen während der Montage
Bryce Currie, Chief Manufacturing Officer bei Ford, erklärte, das neue System sei für die Beschäftigten besser geeignet, da es den Bedarf an Verdrehen, Drehen und Bücken verringere. Außerdem habe das Unternehmen den Bedarf, über den Kotflügel zu greifen, um 84 % gesenkt. Der Kabelbaum sei zudem um mehr als 4.000 Fuß kürzer und 22 Pfund leichter als bei der ersten Generation der elektrischen SUV-Modelle von Ford.
Das Unternehmen beabsichtigt, einen Teil der durch das System eingesparten Zeit in interne Fertigungsprozesse und Automatisierung zu reinvestieren, um die Qualität zu verbessern und die Kosten zu senken. Das Louisville Assembly-Werk wird in der Endmontage den höchsten Automatisierungsgrad aller Ford-Werke weltweit aufweisen.
Zu den neuen Einrichtungen gehört eine Station zur Softwareprogrammierung, die als erste ihrer Art in einem Montagewerk des Unternehmens gilt. An dieser Station kann die neueste Software installiert werden, bevor der Bau des Fahrzeugs abgeschlossen ist. Wurde ein Softwareproblem früher entdeckt, dauerte seine Behebung etwa 10 Minuten pro Fahrzeug. Nun kann das Update durchgeführt werden, während sich das Fahrzeug auf der Produktionslinie bewegt. Das 5G-Netz innerhalb der Anlage ermöglicht außerdem sofortige Diagnosen und Qualitätsprüfungen.
Ausstattung des Fathom
Ford zufolge wird der Fathom mehr Innenraum für Passagiere bieten als der Toyota RAV4. Der Pick-up wird mit einem großen hochauflösenden Touchscreen, bidirektionalem Laden mit Unterstützung der Funktion zur Stromversorgung von Geräten über das Fahrzeug (V2L), einem digitalen Schlüssel sowie Apple CarPlay und Android Auto als Serienausstattung ausgestattet sein.
Der Fathom wird das erste Fahrzeug sein, das eine direkte Integration von Apple Maps in das Navigationssystem bietet, einschließlich Turn-by-Turn-Navigation, einer speziell auf Elektrofahrzeuge zugeschnittenen Routenführung und weiterer Funktionen. Der Betrieb des neuen Produktionssystems und der Montagelinie soll im ersten Quartal 2027 zeitgleich mit dem Produktionsbeginn des Pick-ups aufgenommen werden.