Mercedes-AMG hat den elektrischen GT SUV für 2028 vorgestellt. Es ist der erste Versuch der Marke, in ihrer 59-jährigen Geschichte einen SUV in voller Größe vollständig intern von Grund auf zu entwickeln. Nach den Angaben von Mercedes verbindet das Fahrzeug die Leistung eines Sportwagens mit der für große Familienfahrzeuge typischen Alltagstauglichkeit und basiert auf der Hochleistungsplattform AMG.EA.
Drei Varianten und drei Motoren
Das Fahrzeug wird in drei Varianten angeboten: GT 53, GT 55 und GT 63. Die Spitzenversion GT 63 verfügt über drei Axialfluss-Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 1.153 PS. Es handelt sich um dieselben Motoren, die auch in der viertürigen GT-Version zum Einsatz kommen. Mercedes zufolge übertrifft diese Leistung bei aktiviertem Launch Control die Leistung des Porsche Cayenne Turbo Electric.
Das Unternehmen hat den offiziellen Preis noch nicht bekannt gegeben. Die Markteinführung in den USA ist für den Sommer des kommenden Jahres vorgesehen.
Schnelles Laden und von der Formel 1 inspirierte Batterietechnik
Der GT SUV basiert auf einer 800-Volt-Elektroarchitektur. Die Varianten GT 63 und GT 55 erhalten eine Batterie mit einer Kapazität von 128 kWh, die das Laden mit bis zu 710 kW unterstützt. Der GT 53 verwendet dagegen eine 106-kWh-Batterie mit einer Ladeleistung von bis zu 600 kW. Mercedes zufolge dauert das Laden der Batterie von 10 auf 80 Prozent 12 Minuten. Alternativ können innerhalb von 10 Minuten bis zu 450 Kilometer Reichweite nach WLTP hinzugefügt werden.
Die geschätzte maximale Reichweite der Versionen mit 128-kWh-Batterie beträgt 435 Meilen. Die Batterie verwendet eine NCMA-Kathode, Silizium enthaltende Anoden und Rundzellen. Außerdem umgibt ein elektrisch nicht leitfähiges Öl jede einzelne Zelle, um ein gleichmäßiges Wärmemanagement zu unterstützen. Die Quelle erläuterte nicht, unter welchen Testbedingungen die Angaben zu Ladezeit und Reichweite ermittelt wurden.
Auf das Gewicht eines großen SUV ausgelegte Konstruktion
Mercedes-AMG hat die herkömmlichen mechanischen Stabilisatoren durch ein Fahrwerk mit aktiven hydraulischen Elementen ersetzt, um die Wank- und Nickbewegungen beim Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren zu begrenzen. Zum Fahrzeug gehören außerdem dreistufige Luftfedern und eine aktive Hinterachslenkung mit einem Lenkwinkel von sechs Grad.
Der GT 63 wiegt etwa 5.941 Pfund. Damit ist er etwas leichter als der 6.007 Pfund schwere Lotus Eletre R und der 6.100 Pfund schwere Lucid Gravity und liegt nahe am Gewicht des Porsche Cayenne Turbo Electric von 5.960 Pfund.
Was ändert sich in der Praxis?
Die technischen Daten des Fahrzeugs beschränken sich nicht auf eine höhere Leistung. Mercedes nutzt das System Predictive Performance Manager, um die Motorleistung anhand von Daten zu Rennstreckenkarten und dem Streckenverlauf anzupassen. Nach Angaben des Unternehmens kann das System den Batterieverbrauch auf Abfahrten und in technischen Streckenabschnitten senken und anschließend beim Bergauffahren sowie auf langen Geraden die volle Leistung bereitstellen. Dadurch könnte der durch Hitze verursachte Leistungsabfall bei Fahrten auf der Rennstrecke verringert werden.
Außerdem verfügt das Fahrzeug in allen drei Varianten serienmäßig über das System AMGFORCE Sport+. Hinzu kommen aufgezeichnete Klänge von AMG-Acht- und Sechszylindermotoren, eine simulierte Gangschaltung über Schaltwippen hinter dem Lenkrad sowie Vibrationen in den Sitzen. Im Innenraum läuft die MB.OS-Plattform auf einem 14-Zoll-Display. Für Aufgaben wie Navigation und Suche stehen KI-Assistenten von ChatGPT, Microsoft und Google zur Verfügung. Das Sprachsystem von Mercedes steuert unter anderem Funktionen wie Klimaanlage, Fahrmodi und Beleuchtung.
Der GT SUV zeigt, wie Mercedes-AMG zwei gegensätzliche Herausforderungen bei leistungsstarken Elektrofahrzeugen angehen will: die sportliche Reaktionsfreudigkeit zu bewahren und zugleich das Gewicht sowie die Wärme eines großen Fahrzeugs zu managen. Der endgültige Preis, die genauen Angaben zur tatsächlichen Reichweite und die Ladeleistung unter Alltagsbedingungen bleiben jedoch offen, bis das Unternehmen weitere Informationen bekannt gibt.